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Großstädte in Deutschland - Mainz

Mainz, gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Mainz ist Sitz einer Universität, eines Bistums sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten und versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht. Die größten Nachbarstädte sind Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt am Main.

Mainz bildet eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Mainz liegt am linken Ufer des Rheins, der die östliche Stadtgrenze bildet. Im Süden und Westen wird die Stadt vom Rande der rheinhessischen Hochfläche begrenzt und im Norden dehnt sich ein vom Rhein zurückgewichenes Ufervorland aus.

Wappen

Beschreibung: Zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige silberne Räder auf rotem Untergrund. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß. Bedeutung:
Das "Mainzer Rad" als Wappensymbol taucht erstmals im späten 14. Jahrhundert auf, nachdem zuvor der Hl. Martin als Schutzpatron der Stadt auf den Siegeln abgebildet war. Die Herkunft des Rades ist mit dem Wappen des Kurfürstentums Mainz zu erklären, das ebenfalls das Rad im Wappen führte und das über die Stadt herrschte. An die Entstehung des Mainzer Rades im Wappen des Kurfürstentums knüpft sich folgende Sage: Im Jahr 975 wurde Willigis, ein frommer und gelehrter Mann, zum Erzbischof von Mainz gewählt. Er war als Sohn eines armen Wagenbauers von geringer Herkunft und stammte aus Schöningen im Braunschweigischen. Deshalb war er bei den adligen Domherrn und Stiftsgenossen wenig geachtet. Diese scheuten sich sogar nicht, ihn zu verspotten, in dem sie mit Kreide Räder an die Türen und Wände seiner Zimmer malten. Der fromme Erzbischof nahm sich aber ihren Spott nicht zu Herzen. Er ließ vielmehr weiße Räder in roten Wappenfeldern an die Wände und Türen malen und darunter die Worte schreiben:

"Willigis, Willigis, erinnere dich, wer und woher du gekommen bist."

Zur Abgrenzung zum Staatswappen wurde im 16. Jahrhundert das Rad schräg gestellt. Zwischen 1811 und 1915 trug das Wappen noch ein besonderes Schildhaupt.

Geschichte

Mainz gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Der Ursprung der Stadt geht zurück auf die Gründung eines Stützpunktes durch die Römer bei einer Kelten-Siedlung. Der römische Name für Mainz Moguntiacum leitet sich von der keltischen Gottheit "Mogo" her. Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals: 9. Jahrhundert Maginza, 12. Jahrhundert Megunze, dann Megenze und ab 1320 Meintz beziehungsweise Mentz oder Mainz. Der heute amtliche Name war ab dem 16. Jh. vorherrschend und ist seit dem 18. Jahrhundert allein im Gebrauch.

Von Mainz aus wurden die Germanen und Slawen christianisiert. Der Erzbischof von Mainz gehörte zu den sieben Kurfürsten, die den deutschen Kaiser wählten und war Erzkanzler des heiligen Römischen Reiches. Neben Rom ist Mainz die einzige Diözese die den Titel heiliger Stuhl (sancta sedes) führt. Bis zur Säkularisation war Mainz Erzbistum und der Mainzer Bischof führte als Stellvertreter des Papstes nördlich der Alpen den Ehrentitel Primas Germaniae.

Während des ersten Koalitionskrieges war die Stadt 1793 für wenige Monate das Zentrum der so genannten Mainzer Republik, dem ersten demokratischen Staatswesen auf deutschem Boden. In napoleonischer Zeit gehörte Mainz zu Frankreich und war Hauptstadt des französischen Départements du Mont-Tonnerre (Donnersberg). Nach dem Abzug der französischen Truppen kam Mainz im Jahre 1816 - mit dem umliegenden Gebiet als die "Provinz Rheinhessen" - zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt, blieb aber Festung des deutschen Bundes mit einer Garnison aus preußischen und österreichischen Truppen.

Die Universität wurde im Jahr 1476 gegründet und Ende des 18. Jahrhundert geschlossen. Die jetzige Mainzer Universität ist eine Neugründung aus der Nachkriegszeit.

Im Zuge der Grenzziehung zwischen der amerikanischen und französischen Besatzungsmacht nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1945 der Rhein als Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen festgelegt. Hierbei wurden die Mainzer Stadtteile Kastel, Amöneburg und Kostheim der späteren hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden zugeordnet. Die ebenfalls rechtsrheinischen Stadtteile Gustavsburg, Ginsheim und Bischofsheim wurden wieder selbständige Gemeinden. Mainz wurde Hauptstadt des neu geschaffenen Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Religionen

Mainz wurde um 750 Sitz eines Bistums beziehungsweise Erzbistums. Erster Erzbischof von Mainz wurde Lullus bereits im Jahre 754. Das Bistum wurde später eines der führenden geistlichen und zugleich weltlichen Territorien des Heiligen. Römischen Reichs deutscher Nation. Der Erzbischof war gleichzeitig einer der Kurfürsten, die den deutschen König wählten. Die Reformation konnte im katholischen Kurfürstentum daher kaum Fuß fassen. 1797 zerbrach das Erzbistum durch die Wirren der französischen Revolution, so dass es 1803 aufgelöst wurde. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam das Territorium überwiegend zu Frankreich, ab 1816 dann zum Großherzogtum Hessen (daher die Bezeichnung Rheinhessen). 1821 wurde Mainz erneut Bischofssitz eines neu zugeschnittenen Bistums für das Großherzogtum Hessen, das der Kirchenprovinz Freiburg unterstellt wurde. Die katholischen Gemeinden der Stadt gehören daher heute zum Dekanat Mainz innerhalb der Diözese Mainz.

Seit 1715 gab es in Mainz eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt die inzwischen in die Stadt zugezogenen Protestanten geduldet, eigene Kirchen erhielten sie jedoch zunächst nicht. 1802 wurde die erste evangelische Kirchengemeinde als "unierte" gegründet, das heißt sie hatte sowohl lutherische als auch reformierte Gemeindeglieder. Sie galt als Vorbild für die 1822 durchgeführte Union beider Konfessionen in Rheinhessen. 1832 wurde Rheinhessen auch kirchlich Bestandteil der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen, wo Rheinhessen eine eigene Superintendentur bildete. Nach vorübergehender Verlegung des Sitzes der Superintendentur nach Darmstadt 1882 wurde Mainz 1925 erneut Sitz. 1934 wurde aus der Superintendentur die Propstei Rheinhessen, in der nunmehr mit Nassau vereinigten Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören seither - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Dekanat Mainz (Propstei Rheinhessen) der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Politik

Der Erzbischof von Mainz war in früheren Jahrhunderten auch Oberhaupt der Stadt. Doch gab es auch einen Rat der Stadt, der geringfügige Rechte hatte, beispielsweise Ernennung des Schultheißen. Immer wieder versuchte die Stadt, sich vom Erzbischof zu lösen, was jedoch nur teilweise für mehr oder weniger kurze Zeit gelang. 1160 erschlugen die Bürger den Erzbischof Arnold von Selenhofen, wofür sie von Kaiser Friedrich I. Barbarossa mit dem Verlust ihrer Mauer und ihrer Freiheiten bestraft wurden. Ab 1462 war die Stadt endgültig unter der Obrigkeit des Erzbischofs. Dieser setzte einen Hauptmann, später Amtmann beziehungsweise "Vicedom", als Vertreter des Erzbischofs ein. Während der Schwedenzeit (Dreißigjähriger Krieg) stand an der Spitze der Stadt ein Schultheiß. Nach der französischen Besitzergreifung 1798 wurde in Mainz die Munizipalverfassung mit einem Maire an der Spitze eingeführt. In hessischer Zeit ab 1816 wurde Mainz Hauptstadt der Provinz Rheinhessen und Sitz eines Kreises (bis 1835, später entstand dann ein Kreis Oppenheim und schließlich wieder ein neuer Landkreis Mainz). Die Stadt blieb bei ihrer Bürgermeisterverfassung. An der Spitze stand somit ein Oberbürgermeister. Die Stadtverfassung innerhalb Hessens wurde mehrmals verändert und 1935 wurde die deutsche Gemeindeordnung eingeführt. 1938 schied die Stadt aus dem Landkreis Mainz aus und wurde eine kreisfreie Stadt.

Wirtschaft

Verkehr

Durch das Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 60 Dreieck Nahetal-Darmstadt und von dieser abzweigend in Richtung Norden nach Wiesbaden die A 643. Richtung Süden führt die A 63 nach Alzey. Ferner führen die Bundesstraßen B 9 und B 40 durch das Stadtgebiet. Außerdem verfügt Mainz im Stadtteil Finthen über einen ganzjährig geöffneten Verkehrslandeplatz mit 1000 m Asphaltbahn.

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der MVG (Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH — Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Mainz AG) sowie anderer Verkehrsunternehmen. Ferner ist die Stadt an das S-Bahn-Netz Rhein-Main angeschlossen. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen.

Medien

Die Stadt Mainz ist Sitz des zweiten deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR. Als Tageszeitung erscheinen die "Allgemeine Zeitung" sowie die "Mainzer Rhein-Zeitung".

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Für Interessierte ist nicht nur am Wochenende was los, jeden Mittwoch ist in Mainz "Club- und Diskotag". Mittwochs ist der Eintritt in den Clubs, die fast alle geöffnet haben, vielerorts frei.

  • Starclub Raumschiffstyle der 60er Jahre, sehr junges Publikum, gemischte Musik
  • Red Cat Inclub im 70er-Jahrestil in einem Kellergewölbe, ungewöhnliche Musik, studentisches Publikum
  • KUZ Ein Urgestein der Mainzer Nachtszene, studentisches Publikum, aber auch über 30jährige. Zwei Partyhallen und ein großer Biergarten, leicht "schmuddelige Atmosphäre"; im Gebäude der ehemaligen Garnisonswaschanstalt im roten Backsteinbau.
  • Safahilounge relativ neuer Club mit den chilligsten Sitzgelegenheiten, die man in einem Club nur finden kann.
  • 50Grad absoluter In-Club in einem Kellergewölbe, stets überfüllt, gemischte Musik, houselastig, über die Landesgrenzen hinaus bekannt, oft populäre DJ's
  • Brückenkopf Tunnel unter einer Brücke mit Insidertechnopartys, seit neuestem ein so genannter Gay-Club

Theater

  • Staatstheater Mainz (Oper, Operette, Schauspiel, Ballett)
  • Frankfurter Hof
  • Mainzer Kammerspiele
  • unterhaus - Mainzer Forumtheater

Orchester und Chöre

  • Bläser-Ensemble Mainz - Das Ensemble wurde 1967 von Klaus Rainer Schöll gegründet und widmet sich der Musik von Gabrieli bis zur Moderne.

Museen

  • Gutenberg-Museum
  • Mittelrheinisches Landesmuseum
  • Museum für antike Schiffahrt
  • Naturhistorisches Museum
  • Römisch-Germanisches Zentralmuseum
  • Römisches Isis- und Mater Magna-Heiligtum

Bauwerke

  • Altes Zeughaus
  • Antoniterkapelle
  • Augustinerkirche
  • Christuskirche
  • Dalberger Hof
  • Deutschhaus
  • Mainzer Dom, das Wahrzeichen der Stadt
  • Eisenturm
  • Erthaler Hof
  • Haus der römischen Kaiser
  • Karmeliterkirche
  • Das Kurfürstliche Schloss
  • Rathaus
  • St. Christophkirche
  • St. Emmeramskirche
  • St. Ignazkirche
  • St. Johanniskirche
  • St. Peterskirche
  • St. Stephanskirche (mit den "Chagall-Fenstern")
  • Schönbornhof

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Kirschgarten
  • Naturschutzgebiet Mainzer Sand
  • Römersteine
  • Schillerplatz
  • Stadtpark
  • Feuervogel am Rheinufer
  • ZDF-Sendezentrum

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar/Februar: Zahlreiche Fastnachts-Prunksitzungen (darunter "Mainz bleibt Mainz"); Rosenmontagsumzug
  • Mai: Mainzer Minipressen-Messe;Gutenberg-Marathon
  • Mai/Juni: Open-Ohr-Festival in der Zitadelle
  • Mai bis September: "Mainz lebt auf seinen Plätzen"
  • Juni: Johannisnacht (Volksfest)
  • Juli: Altstadtfest
  • August/September: Mainzer Weinmarkt
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt
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